Betriebsunterbrechungsversicherung Kosten
Die Kosten einer Betriebsunterbrechungsversicherung hängen von Branche, Umsatz und Haftzeit ab. Als Richtwert: Die KBU als Zusatzbaustein zur Inhaltsversicherung kostet oft ab 10–50 Euro pro Monat. Eine eigenständige MBU für einen mittleren Betrieb mit 500.000 Euro Jahresumsatz kostet je nach Branche 600–1.500 Euro pro Jahr.
Das ist abgesichert
KBU als Add-on
Als Zusatzbaustein zur Inhalts- oder Betriebshaftpflichtversicherung.
MBU für mittlere Betriebe
Eigenständige Police für mittlere Betriebe – Preis je nach Rohertrag und Haftzeit.
FBU für Industrie
Individuelle Kalkulation für Industriebetriebe.
Preisfaktoren
Jahresrohertrag, Haftzeit, Branche, gewählte Gefahren und Selbstbehalt.
Was die Prämie einer Betriebsunterbrechungsversicherung treibt
Die Prämie einer Betriebsunterbrechungsversicherung hängt von mehreren Faktoren ab, die sich gegenseitig verstärken können. Zentral ist die Versicherungssumme, also der Deckungsbeitrag, den der Versicherer im Schadenfall für die gesamte Haftzeit erstatten müsste. Je höher der Deckungsbeitrag und je länger die gewählte Haftzeit, desto höher die Prämie, weil das maximale Auszahlungsrisiko steigt. Dazu kommen die Feuergefahrenklasse der Branche, die Bauart des Betriebsgebäudes, die vereinbarte Karenzzeit und der Selbstbehalt.
Branchen mit erhöhter Brandlast, etwa Betriebe mit Lackieranlagen, Lager mit leicht entzündlichen Materialien oder Produktionsprozessen mit hohen Temperaturen, zahlen spürbar mehr als Dienstleistungsbetriebe mit geringer Feuergefahr. Auch die Bauart spielt eine Rolle: Massivbauweise mit Brandschutzabschnitten wird günstiger eingestuft als Leichtbauhallen ohne Trennwände, weil sich ein Brand dort langsamer ausbreitet und die Schadenhöhe im Schnitt geringer bleibt.
| Faktor | Wirkung auf die Prämie |
|---|---|
| Versicherungssumme (Deckungsbeitrag) | Höher = höhere Prämie, da mehr Auszahlungsrisiko |
| Haftzeit | Längere Haftzeit erhöht die Prämie deutlich |
| Branche/Feuergefahrenklasse | Höhere Brandlast erhöht die Prämie spürbar |
| Karenzzeit | Längere Karenzzeit senkt die Prämie |
| Selbstbehalt | Höherer Selbstbehalt senkt die Prämie |
| Bauart des Gebäudes | Massivbau günstiger als Leichtbau ohne Brandabschnitte |
Prämienspannen nach Deckungsbeitrag und Haftzeit
Als grobe Größenordnung gilt: Für einen Deckungsbeitrag bis rund 150.000 Euro und eine Haftzeit von 12 Monaten bewegen sich Jahresprämien für eine eigenständige MBU häufig im Bereich von 500 bis 1.200 Euro, abhängig von Branche und Bauart. Bei einem Deckungsbeitrag um 400.000 Euro und weiterhin 12 Monaten Haftzeit liegen die Prämien eher zwischen 1.200 und 2.500 Euro jährlich. Diese Werte sind Orientierungswerte, keine verbindlichen Angebote, und schwanken je nach Versicherer, Vorschäden und individueller Risikoprüfung teils erheblich.
Die Haftzeit wirkt dabei nicht linear, sondern eher progressiv: Der Sprung von 12 auf 18 Monate Haftzeit erhöht die Prämie oft um 20 bis 35 Prozent, der Sprung von 18 auf 24 Monate nochmals um einen ähnlichen Anteil, weil mit jedem zusätzlichen Monat das Risiko eines besonders langwierigen Wiederaufbaus stärker ins Gewicht fällt.
| Haftzeit | Deckungsbeitrag ca. 250.000 € | Deckungsbeitrag ca. 500.000 € |
|---|---|---|
| 12 Monate | 800 - 1.400 €/Jahr | 1.500 - 2.600 €/Jahr |
| 18 Monate | 1.000 - 1.800 €/Jahr | 1.900 - 3.300 €/Jahr |
| 24 Monate | 1.300 - 2.300 €/Jahr | 2.400 - 4.200 €/Jahr |
Karenzzeit, Selbstbehalt und steuerliche Behandlung
Die Karenzzeit ist die Wartezeit nach Schadeneintritt, in der die Versicherung noch nicht leistet, meist zwischen ein und drei Tagen. Eine längere Karenzzeit senkt die Prämie, weil kurze Ausfälle vollständig beim Betrieb verbleiben. Für Betriebe mit stabiler Liquiditätsreserve kann eine etwas längere Karenzzeit eine sinnvolle Stellschraube sein, um die laufende Prämie zu senken, ohne die eigentliche Absicherung bei größeren Schäden zu schwächen. Der Selbstbehalt wirkt ähnlich: Ein vereinbarter Eigenanteil am Schaden reduziert die Prämie, sollte aber realistisch zur finanziellen Substanz des Betriebs passen.
Die Beiträge zur Betriebsunterbrechungsversicherung sind als Betriebsausgabe steuerlich absetzbar, ebenso wie im Schadenfall gezahlte Entschädigungen als Betriebseinnahme zu versteuern sind. Für die Liquiditätsplanung ist das ein Nebenaspekt, ändert aber nichts an der zentralen Kalkulationslogik: Die Prämie ist über die Betriebsausgaben ein planbarer, laufender Kostenfaktor, während ein unzureichend versicherter Ertragsausfall im Schadenfall ein einmaliges, deutlich größeres Liquiditätsrisiko darstellt.
Warum eine zu kurze Haftzeit am Ende teurer wird
Der naheliegende Weg, die Prämie zu senken, ist eine kürzere Haftzeit oder eine niedrigere Versicherungssumme zu wählen. Beides birgt jedoch ein strukturelles Risiko: Reicht die Haftzeit nicht bis zur tatsächlichen Wiederherstellung, trägt der Betrieb den Ertragsausfall der übrigen Monate vollständig selbst, und diese Summe übersteigt die eingesparte Prämie in aller Regel um ein Vielfaches. Ebenso führt eine zu niedrig angesetzte Versicherungssumme zur Unterversicherung: Der Versicherer kürzt die Leistung dann anteilig im Verhältnis von versicherter zu tatsächlich benötigter Summe, selbst innerhalb der vereinbarten Haftzeit.
Ein realistischer Ansatz orientiert sich deshalb nicht am günstigsten Angebot, sondern an der Frage, wie lange ein Wiederaufbau nach einem größeren Sachschaden im eigenen Betrieb realistisch dauern würde, einschließlich Lieferzeiten für Spezialmaschinen, Genehmigungsverfahren und Wiederanlaufphase. Diese Zahl, nicht die günstigste verfügbare Prämie, sollte die Haftzeit bestimmen.
Auch die Zusammensetzung des Deckungsbeitrags verdient bei der Prämienkalkulation einen zweiten Blick. Betriebe mit hohem Personalanteil an den Fixkosten haben im Schadenfall einen anderen Liquiditätsbedarf als Betriebe mit hohem Materialeinsatz, weil Personalkosten kaum kurzfristig reduzierbar sind, während variable Kosten bei Stillstand automatisch entfallen. Wer die eigene Kostenstruktur kennt, kann die Versicherungssumme präziser auf den tatsächlichen Bedarf zuschneiden, statt sich an einer groben Umsatzfaustregel zu orientieren, die die individuelle Fixkostenlast des Betriebs ignoriert.
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FAQ: Betriebsunterbrechungsversicherung Kosten
Ein kleines Café mit 250.000 Euro Umsatz und 55% Rohertrag (137.500 Euro Jahresrohertrag) zahlt für eine KBU als Add-on zur Inhaltsversicherung oft 200–400 Euro pro Jahr extra. Die MBU als eigenständige Police mit 12-monatiger Haftzeit kostet bei diesem Betriebsumfang typischerweise 500–800 Euro.
Ja. Ein durchschnittlicher Brandschaden in einem kleinen Betrieb verursacht 6–12 Wochen Betriebsausfall. Bei einem Rohertrag von 10.000 € pro Monat bedeutet das 60.000–120.000 € Verlust. Im Vergleich zu diesen möglichen Schäden ist die Jahresprämie gering.